Die Zeit des Handelns ist gekommen

Manche von Euch werden vielleicht diesen Ausspruch kennen, der Benjamin Franklin zugeschrieben wird:

„Jene, die Freiheit aufgeben, um eine vorübergehende Sicherheit zu erwerben, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit.“

Noch etwas deutlicher, aber durchaus zutreffender, ist die Aussage von dem altehrwürdigen Aristoteles:

„Wer Sicherheit der Freiheit vorzieht, ist zu Recht ein Sklave.“

Goerge Orwell hat in seinem heute mehr denn je aktuellen Roman „1984“ geschrieben:

„Wer die Vergangenheit kontrolliert, der kontrolliert die Zukunft; wer die Gegenwart kontrolliert, der kontrolliert die Vergangenheit!“

Und Ernst Benda, ehemaliger Präsident des Bundesverfassungsgerichts, stellte fest:

„Einen Staat, der mit der Erklärung, er wolle Straftaten verhindern, seine Bürger ständig überwacht, kann man als Polizeistaat bezeichnen.“

 

Seit 9/11 hat sich unsere Welt geändert. Es regiert wieder das Recht des Stärkeren. Moralische oder ethische Richtlinien zählen nicht mehr. Wir opfern immer mehr unserer Rechte, für die wir so lange (als Menschheit) gekämpft haben. Ein schlimmer Vorfall reicht aus, um uns wieder auf die Bäume zu jagen. Wir lassen uns abhören, wir foltern, wir unterdrücken Andersdenkende und hetzen uns gegeneinander auf. Wir leben längst nicht mehr in einer Demokratie. Wir leben in einer Konzernokratie. Der Begriff stammt aus dem Roman „Der Wolkenatlas“ von David Mitchell, beschreibt jedoch unsere Realität recht gut. Ok, noch sind wir nicht so weit, dass wir Konzerne an die Macht wählen, aber das wäre ja auch zu durchschaubar. Dafür wählen wir Marionetten, die dann im Interesse der Konzerne handeln. Die Grenzen zwischen den 4 Säulen der Macht werden immer weiter verwischt, es gibt praktisch keinen einzigen Politiker mehr, der seinem Gewissen folgt, alle richten sich nach der vorgegebenen Parteipolitik. Die Medien schreiben absolut pro-amerikanisch, unser Landesvater hetzt uns in einen Krieg gegen eine Atommacht und unsere Mutti kriecht Obama in den Allerwertesten. Wo sind unsere freien Medien? Wo ist eine ernsthafte Opposition? Wieso halten wir uns nicht an unser Grundgesetz?

Wir zeigen gerne mit dem Finger auf Russland als einen totalitären Staat, der homophob ist und eine willkürliche Rechtsstaatlichkeit ausübt. Die Kritik ist sicherlich auch nicht ganz abwegig, doch kann man von einem Staat, der jahrzehntelang eine schlimme Diktatur war, dann von fremden Mächten ausgebeutet wurde, zweifelsohne rückständig ist und denkt, und nun so langsam auch in den Genuss von Wohlstand und Perspektive kommt, wirklich erwarten, dass es all seine Probleme innerhalb eine Legislaturperiode beseitigt? Ich denke nicht. Es muss ein Schritt nach dem anderen gemacht werden, zuerst muss man dafür sorgen, dass es der eigenen Bevölkerung besser geht und die eigenen Sicherheitsinteressen gewahrt bleiben. Erst später kann man nach und nach demokratische Strukturen und einen vernünftigen Rechtsstaat einfügen. Ich denke Russland wäre auf einem guten Weg gewesen und mit unserer Hilfe hätte es gut funktionieren können. Nun wird es sicherlich nicht einfacher, nachdem wir es so in die Ecke gedrängt haben.

Auf der anderen Seite haben wir die Amerikaner, die noble Nation, die uns die Freiheit und den Wohlstand gebracht hat, die uns beschützt und die Welt erklärt. Ich bin im Ostblock aufgewachsen, habe 13 Jahre in Polen gelebt. Ich gehöre zu den Menschen, die jahrelang bis aufs Blut die noblen Ansichten der Amerikaner verteidigt haben. Heute denke ich anders. Putin hat uns schon 2001 die Hand gereicht, er wollte eine Wirtschaftsunion von Lissabon bis nach Wladiwostok, gemeinsame Sicherheitspolitik etc. Wir haben immer wieder (bin auf Schröder) seine offene Hand ausgeschlagen, ihn als Diktator beschimpft und immer was von Menschenrechten erzählt, während unser großer Bruder Millionen Menschenleben aus reinster Gier abgeschlachtet hat. Heute handelt die EU überhaupt nicht im eigenen Interesse, sondern lässt sich von den USA instrumentalisieren. Von einem Land, das ein höchst gefährliches Selbstverständnis hat, sich (ähnlich wie Israel) für eine „auserwählte“ Nation hält und aufführt wie ein Wahnsinniger. Ein Land, das die ganze Welt destabilisiert, nach Belieben mordet und Länder überfällt. Das in über 70 Ländern Foltergefängnisse hält. Das schon tausendfach Drohnen losgeschickt hat, um nur aufgrund eines Verdachts Zielpersonen umzubringen, die sich womöglich gar nicht dort befinden. Dafür gibt es dann Kollateralschäden in Höhe von 90%. Bei jedem Angriff sterben unzählige Unschuldige – Frauen, Kinder, Alte, Männer. Die Liste der amerikanischen Verbrechen ist mittlerweile so lang, dass es jegliche Vorstellungskraft sprengt. Es gibt praktisch kein Verbrechen mehr, dessen sich die USA nicht schuldig gemacht haben. Wir leben in einer absurden Welt, in der eine sterbende Nation alle moralischen und ethischen Hemmungen über Bord geworfen hat, die Welt in einem Würgegriff hält und diese eher in die Luft sprengt, als auf ihre hegemoniale Stellung zu verzichten.

Wieso tut Amerika das alles? Es steht doch nun wirklich außer Frage, dass die USA nicht in andere Länder einmarschieren, weil ihnen die Bevölkerung dort Leid tut. Sie folgen immer ihren geopolitischen und marktrelevanten Interessen. Und dafür lügen sie, dass sich die Balken biegen („Tonkin-Zwischenfall“, „Brutkastenlüge“, „Irak hat Atomwaffen“ etc), destabilisieren ganze Länder und hinterlassen sie in einem furchtbaren Chaos, das vor (500.000 tote Kinder im Irak aufgrund der amerikanischen Sanktionen in den 90er Jahren: http://www.zeitenschrift.com/news/die-schuld-der-medien-bezueglich-irak#.VGMztcm4Zx1, dieser Bericht ist erschütternd!), während und nach einem Krieg Millionen von Toten fordert. Sie setzen Atomwaffen, Napalm, Uranmunition uvm ein, die noch Jahrzehnte später ihre Opfer fordern. Wozu das alles? Um einen bösen Diktator zu stürzen? Glaubt das wirklich jemand? Oder um Freiheit und Demokratie zu bringen? Ehrlich? Mit dem Schwert? Wo ist denn nun Demokratie im Irak, Lybien, Afganistan, Pakistan, der Ukraine etc.?

Und was machen wir? Die EU war maßgeblich an dem Ukrainekonflikt beteiligt. Dabei sollten gerade wir wissen, dass man die Interessen der Ukraine nicht ohne Russland behandeln sollte. Die Nato und die EU haben sich immer weiter Richtung Osten ausgedehnt, wir graben den Russen immer mehr Wasser ab, und zwar bewusst. Putin hat uns mehrfach gewarnt: bis zur Ukraine, da ist die rote Linie. Doch es war uns egal. Die Amerikaner haben letztens noch zugegeben, dass die EU nur aufgrund des Drucks aus den USA die Sanktionen gegen Russland beschlossen hat. Wir lassen uns nach Belieben abhören und sagen nichts! Wir werden jetzt Handelsabkommen wie TTIP und CETA unterschreiben, die nur die Macht der Konzerne weiter zementieren werden. Jetzt wurden neue Sanktionen beschlossen, ohne einen wirklichen Grund! Und weitere werden jetzt schon wieder von den Amerikanern gefordert! Das ist einfach Wahnsinn, anders kann ich es nicht ausdrücken. Der Ami sagt „spring“ und wir fragen „wie hoch?“.

Insgesamt bin ich zumindest mir dessen sehr wohl bewusst, dass wir den Amerikanern viel zu verdanken haben, aber das haben wir den Russen auch. Sie haben die mit Abstand meisten Opfer im 2. WK gehabt (auch wenn es zum Teil sicher auch eigenes „Verschulden“ war) und dank ihnen ist Deutschland heute wiedervereinigt. Und wie danken wir es ihnen? In dem wir wieder gegen sie hetzen. Es sind nicht unsere Interessen, die wir in der Ukraine verfolgen, die Sanktionen gegen Russland schaden uns mehr als sie uns helfen, und wenn es zu einem offenen Krieg kommt, wird er wieder auf europäischen Boden ausgefochten. Ich bin mehr als besorgt.

Ich denke es ist im Allgemeinen nicht so schwer, Recht von Unrecht zu unterscheiden. Was den Menschen oft schwerfällt, ist, ihre alten Ansichten zu korrigieren, ihre alten Denkmuster zu verlassen und sich gegebenenfalls auch um 180° zu drehen. Fehler zuzugeben, sich selbst hinterfragen. Viele Menschen denken nicht selbstständig und lassen sich zu leicht manipulieren. Doch die Zeit ist reif und es ist unsere Aufgabe, die Dinge beim Namen zu nennen:

  • Nicht: „Russland hat die Ukraine gespalten“, sondern die USA, das hat ja Victoria Nuland selbst zugegeben (5 Mrd seit 1991 oder 1995 oä). Dieselbe übrigens, die sehr deutlich gemacht hat, was die Amerikaner von der EU halten („F*** the EU!“). Die Kiewer Regierung ist von den Amis eingesetzt worden, auch darüber haben sie sich ja am Telefon deutlich verplappert. Eine höchst faschistische Regierung wohlgemerkt, die am liebsten „alle Russen und alle Juden umbringen möchte“. Wo eine Universität oder Akademie noch bis vor Kurzem nach Joseph Göbels benannt war! Diese Regierung hetzt gegen Russland, wie man es sich kaum schlimmer vorstellen kann. Mit unserer Duldung und sogar Hilfe. Wie ist so was möglich?
  • Nicht „Wirtschaftskrise“, sondern „Folgen der ungleichen Kapitalverteilung“.
  • Nicht „Bankenkrise“, sondern „Rücksichtslose Enteignung durch die FED und ihrer Verbündeten“.
  • Nicht „Dritte Welt“, sondern „Durch unser Konsumverhalten ins Elend getriebene Länder“.
  • Nicht „Krieg um Frieden und Demokratie herzustellen“, sondern „Krieg um dieses menschenverachtende System am Leben zu halten“.

Etc, etc.. Das ist die Welt, in der wir leben.

Wir müssen aufwachen. Wir müssen handeln. Bisher haben Sanktionen gegen ein Land früher oder später so gut wie immer auch zum Krieg gegen dieses Land geführt. Wir dürfen die Märchen, die uns unsere Medien erzählen nicht glauben:

Natürlich schickt Russland eigene Soldaten in die Ukraine, ansonsten würden die Menschen dort einfach von der Kiewer Regierung abgeschlachtet werden. Natürlich tun sie das auch, um die Ukraine nicht leichtfertig aufzugeben, denn das ist sozusagen die letzte Bastion vor dem eigenen Territorium. Natürlich kann man auch ihre Geopolitik kritisieren (Nahes Ausland = Ex-Sowjet-Republiken, die möglichst in russischer Interessenssphäre bleiben sollen, Fernes Ausland = alle anderen). Natürlich ist Russland nach wie vor kein Rechtsstaat, wie wir uns das wünschen würden. Aber das ist so gut wie kein Land. Und insgesamt sind die Verbrechen der Russen im Vergleich zu den Verbrechen der Amerikaner der reinste Kindergarten! Selbst wenn sie homophob sind und unliebsame oder regierungskritische Journalisten einsperren, oder die Polizei oder die Richter willkürliche und ungerechte Entscheidungen treffen, ist das immer noch nichts im Vergleich zu den Millionen von Toten, für die Amerika verantwortlich ist.

Und ein entscheidender Punkt dabei ist auch, dass es Russland nun an den Kragen gehen soll. Russland ist ganz sicher nicht der Aggressor, wie es uns gerne hier im Westen eingetrichtert wird. Russland wird von allen Seiten eingekreist, die Amis stellen in den Ländern Raketenschutzschilde auf, die angeblich gegen den Iran gerichtet sind (Joke des Jahres). Es ist klar, dass diese Schutzschilde als Erstschlagwaffe zu klassifizieren sind, weil man mit ihrer Hilfe sich einen Vorteil bei eigenem Erstschlag erhofft. Wenn man dann noch weiß, welche geostrategischen Interessen die USA verfolgen (Brzezinski), dann ist es klar, dass Russland früher oder später reagieren muss. Sie haben einfach keine andere Wahl und wurden zu ihrem Handeln von uns gedrängt! Wie würde wohl Amerika reagieren, wenn Russland 5 Mrd in Mexiko investieren und dort eine Regierung installieren würden, die am liebsten alle Amis umbringen möchte? Wenn sie dort Atomwaffen und Raketenschutzschilde bauen würden?

Als Fazit kann man nur eins sagen: Russland ist sicherlich nicht heilig, aber welches Land ist es schon? Und wir stehen auf der Seiten von Mördern, die ganze Genozide veranstalten und die halbe Welt ausbeuten, nur um ihre Macht zu erhalten. Dies sind Fakten, die laut ausgesprochen werden müssen, damit sich endlich mal was ändert.

 

Propaganda:

»Aussenpolitisch dienen Massenmedien der Politik als Propagandainstrumente, um deren Feinderklärungen regelmässig abzusegnen. Innenpolitisch sind sie das Mittel zur
«Herstellung von Konsens».

Nachrichten, die die Bevölkerung verunsichern könnten, werden unterdrückt oder zumindest so abgemildert, dass an der prinzipiell wohlwollenden Einstellung der politischen Führung kein Zweifel aufkommt.

Verbrechen des «Feindes» werden akribisch beleuchtet, während eigene Untaten in das milde Licht der Nachsicht getaucht werden.

Kritik ist nicht verboten, aber ihre Grenzen sind eng gezogen, denn die Medien verstehen sich nicht als Gegner, sondern, gerade in aussenpolitischer Hinsicht, als Partner der Regierung.«  Noam Chomsky

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